Ibn Tulun Moschee
Fakten über die Ahmad Ibn Tulun Moschee
Die Ibn-Tulun-Moschee ist eines der eindrucksvollsten und architektonisch bedeutendsten Bauwerke des islamischen Kairo. Errichtet zwischen 876 und 879 n. Chr. von Ahmad ibn Tulun, dem Gründer der Tuluniden-Dynastie, gilt sie als die älteste Moschee der Stadt, die in ihrer ursprünglichen Form nahezu vollständig erhalten geblieben ist. Mit ihrer riesigen Fläche von über 2,5 Hektar gehört sie zudem zu den flächenmäßig größten Moscheen der Welt.
Das Bauwerk besticht durch seine schlichte Eleganz, die von der mesopotamischen Architektur von Samarra inspiriert ist. Die weiten, von Säulengängen umgebenen Höfe, die filigranen Gipsstuck-Verzierungen und das weltweit einzigartige, außen liegende Wendelminarett machen die Moschee zu einem absoluten Meisterwerk der frühislamischen Baukunst und zu einem ruhigen Rückzugsort abseits des hektischen Stadtlebens von Kairo.
Ahmad ibn Tulun und die Gründung des Monuments
Ahmad ibn Tulun, der aus Samarra stammende Statthalter Ägyptens, wollte mit dem Bau dieser Moschee ein monumentales Zentrum für seine neue Hauptstadt Al-Qata'i schaffen. Der Bau wurde auf dem Hügel Jabal Yashkur (Hügel der Danksagung) errichtet und sollte der gesamten Bevölkerung Raum zum gemeinsamen Gebet bieten. Die unverwüstliche Ziegelbauweise hat dazu beigetragen, dass das Bauwerk über 11 Jahrhunderte hinweg fast unbeschadet überstand.
Das einzigartige spiralförmige Minarett
Das markanteste Merkmal der Moschee ist ihr freistehendes Minarett mit der außen verlaufenden Wendeltreppe. Diese architektonische Besonderheit ist in Ägypten einmalig und lehnt sich direkt an die berühmte Große Moschee von Samarra im heutigen Irak an. Der Aufstieg über die äußere Treppe belohnt Besucher mit einem fantastischen Panoramablick über den gesamten Moschee-Innenhof und die Dächer des historischen Kairo.
Der gewaltige Innenhof und die Arcadengänge
Im Zentrum des Bauwerks erstreckt sich ein riesiger quadratischer Innenhof (Sahn), der in der Mitte von einem eleganten Mamluken-Brunnenhaus (Fawwara) geschmückt wird. Der Hof wird von dreischiffigen Arkadenhallen umschlossen, deren spitze Bögen auf massiven Ziegelpfeilern ruhen. Diese Bauweise verleiht dem Innenraum eine außergewöhnliche Symmetrie, Weite und meditative Ruhe.
Kunstvolle Stuckverzierungen und Koraninnschriften
Die Ibn-Tulun-Moschee ist berühmt für ihre feinen Stuckdekorationen entlang der Bogenfenster und Arkaden. Ein besonderes Highlight ist das mehrere Kilometer lange hölzerne Band unterhalb der Decke, in das Suren aus dem Koran in Kufi-Schrift geschnitzt wurden. Legendären Überlieferungen zufolge stammt das verwendete Holz von der Arche Noah, was dem Bauwerk eine besondere mystische Bedeutung verleiht.
Das benachbarte Gayer-Anderson-Museum
Direkt an die Außenmauern der Moschee grenzt das berühmte Gayer-Anderson-Museum an. Es besteht aus zwei historischen Wohnhäusern aus der Mamluken- und Osmanenzeit, die von dem britischen Arzt Chester Gayer-Anderson liebevoll restauriert und mit orientalischen Kunstschätzen, Antiquitäten und Möbeln eingerichtet wurden. Ein Besuch lässt sich perfekt mit der Besichtigung der Moschee kombinieren.
Praktische Reisetipps für Ihren Besuch
Die Ibn-Tulun-Moschee liegt im Stadtteil Sayyida Zeinab und ist von den Hauptsehenswürdigkeiten der Altstadt leicht zu erreichen. Da es sich um ein aktives Gotteshaus handelt, wird angemessene Kleidung erwartet (Schultern und Knie bedeckt, Frauen halten ein Kopftuch bereit). Die beste Besichtigungszeit ist der frühe Morgen oder der späte Nachmittag, um die entspannte Atmosphäre und das schöne Licht für Fotos optimal zu nutzen.

