Kloster des Heiligen Simon Der Gerber
Informationen über das Kloster des Heiligen Simon der Gerber
Das Kloster des Heiligen Simon des Gerbers (bekannt als die Höhlenkirche von Sakkakini oder Mokattam) ist eines der außergewöhnlichsten und beeindruckendsten sakralen Bauwerke Ägyptens. Gelegen in einer riesigen natürlichen Höhle im Herzen des Mokattam-Gebirges am Rande von Kairo, bietet dieses monumentale christliche Zentrum eine absolut einzigartige Atmosphäre. Es erinnert an die legendäre Versetzung des Mokattam-Berges im 10. Jahrhundert unter dem Fatimidenkalifen Al-Mu'izz und dem heiligen Gerber Simon.
Die Hauptkirche des Klosters bietet Platz für tausende Gläubige und wurde amphitheaterartig direkt in den massiven Kalksteinfelsen geschlagen. Umgeben von beeindruckenden Felswänden, wunderschönen Reliefs biblischer Szenen und einer absoluten Stille fernab des lauten Stadttrubels, ist dieses spirituelle Zentrum ein absoluter Geheimtipp für Kultur- und Geschichtsreisende in Kairo
Die Legende von Simon dem Gerber und dem Mokattam-Berg
Die Entstehungsgeschichte des Klosters ist eng mit einer der berühmtesten Legenden der koptischen Geschichte des 10. Jahrhunderts verbunden. Damals wurde die christliche Gemeinde vor eine scheinbar unlösbare Probe gestellt: den Glauben zu beweisen, indem der nahegelegene Mokattam-Berg versetzt wird. Durch den einfachen Gerber Simon, der für seinen tiefen Glauben bekannt war, soll sich die Legende nach im Morgengrauen das Wunder ereignet haben, das den Berg bewegte.
Einzigartige Architektur: Kirchen im massiven Fels
Das gesamte Klosterkomplex besteht aus mehreren in die Höhlen des Berges gehauenen Kirchen und Kapellen. Die größte Höhlenkirche, benannt nach der Jungfrau Maria und St. Simon, fasst ein riesiges Amphitheater mit Sitzbänken aus Stein, die direkt in den Berghang gebaut wurden. Die natürliche Akustik und die gewaltige Deckenhöhe aus purem Fels machen jeden Gottesdienst und Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Monumentale Felsreliefs und Kunstwerke
Besucher der Höhlenkirche sind stets fasziniert von den gigantischen Flachreliefs und Skulpturen, die in die rauen Kalksteinwände gemeißelt wurden. Viele dieser beeindruckenden Kunstwerke stammen von dem polnischen Künstler Mario Da Boza, der jahrelang in den Höhlen lebte und biblische Szenen, Gleichnisse sowie Porträts von Heiligen mit meisterhafter Hand direkt in den Fels schuf.
Soziales Zentrum und das Viertel der Müllsammler (Zabbaleen)
Das Kloster liegt inmitten des traditionellen Wohngebiets der Zabbaleen (der lokalen Müllsammler-Gemeinschaft von Manshiyat Naser). Über die Jahrzehnte hat sich das Kloster nicht nur zu einem spirituellen Ort, sondern zu einem wichtigen sozialen und karitativen Zentrum entwickelt. Es betreibt Schulen, Kliniken, Werkstätten und Kindergärten, die das Leben der lokalen Gemeinschaft nachhaltig unterstützen.
Ein spiritueller Zufluchtsort abseits der Touristenströme
Obwohl es im Vergleich zu den Pyramiden von Gizeh weniger bekannt ist, zieht das Höhlenkloster jährlich Tausende von internationalen Touristen und Pilgern an. Die friedliche Atmosphäre, die gigantischen Dimensionen der Höhlen und die herzliche Gastfreundschaft der lokalen Gemeinde bieten eine völlig andere, faszinierende Perspektive auf die religiöse Vielfalt und Kultur Ägyptens.
Praktische Reisetipps für Ihren Besuch der Höhlenkirche
Das Kloster befindet sich im Südosten Kairos im Mokattam-Gebirge und ist am besten mit einem Taxi oder im Rahmen einer geführten Tagestour zu erreichen. Die Zufahrt führt durch das Viertel der Zabbaleen, was für manche Besucher ungewöhnlich wirken kann, aber völlig sicher ist. Da es sich um ein offenes Wüsten- und Höhlengelände handelt, empfiehlt sich feste Kleidung, Sonnenschutz und ein Besuch am Vormittag.

